Plötzlicher Kreuzschmerz

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Mehr Wissen - Plötzlicher Kreuzschmerz

Um Ursachen, mögliche Behandlungen und vorbeugende Maßnahmen (Prävention) von dauerhaften Kreuzschmerzen besser zu verstehen, lohnt es sich, zunächst einen Blick auf den Aufbau und die Funktionsweise des „gesunden Rückens“ zu werfen.

Im Rücken arbeiten Knochen, Bänder, Bandscheiben und Muskeln eng zusammen. Im Kern des Rückens liegen knöcherne scheibenförmige Platten, die sogenannten Wirbelkörper, die miteinander durch zugstarke Bänder und „stoßdämpfende” Knorpelscheiben (Bandscheiben) fest miteinander verbunden sind. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von kleinen Gelenken, die von weiteren stabilisierenden Bändern umgeben sind. Diese sind wiederum von mehreren, teilweise zentimeterdicken Schichten von kleineren und größeren Muskeln umgeben, die über ihre Faserhüllen, die sogenannten Faszien, miteinander am „selben Strang ziehen” können. 
Durch das Zusammenwirken der stabilisierenden Anteile – den Knochen, Bändern und Bandscheiben – und der aktiv beweglichen Anteile – den zahlreichen Rückenmuskeln – können wir den Rücken aufrecht halten und alle Bewegungen des Rückens ausführen.


Der Kreuzschmerz ist ein Schmerz im unteren Rückenbereich. Dieser Teil des Rückens liegt unterhalb des Rippenbogens und oberhalb der Gesäßfalten. Der Kreuzschmerz ist meist auf den Rücken begrenzt, manchmal kann der Schmerz aber auch in andere Körperregionen ausstrahlen oder von weiteren Beschwerden begleitet sein.

Entsprechend der Ursache wird zwischen Kreuzschmerzen ohne klare Ursache (unspezifisch) und mit klarer Ursache (spezifisch) unterschieden. Die meisten Menschen leiden an einem unspezifischen Kreuzschmerz. Hier ist der Grund für die Beschwerden nicht eindeutig erkennbar, oft tragen mehrere Faktoren zu seiner Entstehung bei.

Als mögliche Auslöser für unspezifische Kreuzschmerzen gelten körperliche Faktoren wie eine schwache Rumpfmuskulatur, Fehlbelastungen durch langes unbewegtes Sitzen oder einseitige körperliche Arbeit, Muskelverspannungen oder Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule. Faktoren wie psychische Belastungen (z. B. Stress, Sorgen) können sich zudem noch auf den Schweregrad oder die Dauer der Schmerzen auswirken. 

Beim viel selteneren spezifischen Kreuzschmerz ist der Grund der Schmerzen klar erkennbar, beispielsweise könnte ein Bandscheibenvorfall, ein Knochenbruch, ein Tumor oder eine Infektion vorliegen. Die verschiedenen Formen von Kreuzschmerz, spezifisch und unspezifisch, werden im Abschnitt Entstehung näher erklärt.

 

 

In der Medizin wird je nach Dauer der Schmerzen zwischen plötzlichen (akuten), länger anhaltenden (subakuten) und dauerhaften (chronischen) Kreuzschmerz unterschieden. Ein akuter Kreuzschmerz hält weniger als sechs Wochen an. Bleibt der Schmerz über mehr als sechs Wochen bestehen, wird er als subakut oder länger anhaltend bezeichnet. Wenn die Symptome insgesamt mehr als zwölf Wochen anhalten, ist von dauerhaftem Kreuzschmerz die Rede. Falls Schmerzepisoden nach einer symptomfreien Phase von mindestens sechs Monaten wieder auftreten, werden sie als wiederkehrend (rezidivierend) bezeichnet.

Kreuzschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. In Deutschland haben etwa acht von zehn Menschen schon mal Kreuzschmerzen in ihrem Leben erfahren.


Insbesondere Menschen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr klagen darüber – Frauen häufiger als Männer. Bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen lässt sich keine klare Ursache für die Kreuzschmerzen finden. So sind mindestens acht von zehn Menschen mit Kreuzschmerzen von unspezifischen Schmerzen betroffen. In den meisten Fällen bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen von selbst. So bessern sich die Schmerzen bei neun von zehn Menschen mit akutem Kreuzschmerz nach sechs Wochen deutlich oder verschwinden ganz. Nur einer von zehn Betroffenen entwickelt dauerhafte Beschwerden.

Für die meisten von uns sind Kreuzschmerzen eigentlich keine „Krankheit”. Es ist eher ein Symptom, mit dem wir gelegentlich mehr oder weniger zu kämpfen haben. Obwohl diese Schmerzen zum Teil sehr stark sein können, spiegelt die Stärke der Schmerzen nicht immer die Schwere des zugrundeliegenden Problems wider. Die Mehrheit der Betroffenen berichtet, dass die Beschwerden auch ohne medizinische Hilfe wieder nachlassen oder ganz verschwinden. Vereinfacht kann man von zwei Schmerzmustern sprechen: dem Kreuzschmerz mit und ohne klare Ursache.

Beim ersten Muster liegt der Schwerpunkt der Schmerzen im Rücken selbst. Manchmal strahlt der Schmerz vom „Kreuz” nach unten aus und verursacht auch Schmerzen im Gesäßbereich oder der Hüfte. Bei einigen Betroffenen strahlt der Schmerz ins gesamte Bein aus, der eigentliche Schmerz liegt aber im Rücken. Die meisten betroffenen Personen können durch bestimmte Bewegungen eine Linderung (bei einer Vorbeugung des Oberkörpers) oder Verschlimmerung (bei einer extremen Streckung des Oberkörpers) der Schmerzen bewirken. Typischerweise kommt und geht diese Art von Kreuzschmerzen phasenweise wieder oder tritt im Zusammenhang mit bestimmten Bewegungen auf.

Zur Entstehung dieser Art von Kreuzschmerzen tragen meist mehrere Faktoren bei. Eine schwache Rumpfmuskulatur durch zu wenig Bewegung, Übergewicht, Fehlbelastungen durch langes unbewegtes Sitzen, nicht rückengerechtes Heben oder einseitige körperliche Arbeit können Muskelverspannungen oder Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule herbeiführen. Solche Muskelverspannungen und Verschleißerscheinungen können wiederum zu Schmerzen führen. Wir nennen diese Form „Kreuzschmerzen ohne klare Ursache”. Obwohl diese Schmerzen sehr stark sein können, liegen in den allermeisten Fällen keine gefährlichen Ursachen vor. Manchmal können die verspannten oder gezerrten Strukturen dazu führen, dass die Schmerzen wie eben beschrieben ins Bein ziehen. Dies sollte beobachtet werden, ist jedoch in den meisten Fällen nicht weiter bedenklich.

Tatsächlich könnte man sagen, dass diese Art von Kreuzschmerzen die „gutartige Variante” ist, da in der Regel keine Schädigung von Nerven oder Rückenmark vorliegt und keine Operation notwendig ist.

 

Viele Faktoren können zu Kreuzschmerzen ohne klare Ursache führen

 


Fehlhaltung, langes Sitzen &
einseitige Belastung


einseitige körperliche Arbeit & nicht rückengerechtes Heben


schwache Rückenmuskulatur


Übergewicht & zu wenig Bewegung


seelische & berufliche Belastung

Beim zweiten Schmerzmuster liegt der Schwerpunkt der Schmerzen, d. h. der eigentliche Schmerz, im Bein. Häufig handelt es sich dabei um einen ständigen Schmerz im Bein unterhalb des Gesäßes bis zum Fuß.

 




 

Dieser sogenannte Ischias-Schmerz kann durch ein Bandscheibenproblem ausgelöst werden, bei dem Druck auf die Nerven im Rücken ausgeübt wird, was wiederum zu einer Schmerzausstrahlung in die Beine führt. Schmerzen im „Kreuz” können hier ebenfalls auftreten, aber diesmal liegt der Schwerpunkt auf Schmerzen in den Beinen.




Auch dieser Ischias-Schmerz bessert sich häufig von alleine. Aber es sind oft spezielle medizinische Ratschläge und manchmal auch Medikamente notwendig, um eine Schmerzlinderung zu erzielen. In einigen Fällen können sogenannte bildgebende diagnostische Verfahren, etwa eine Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomografie genannt), sinnvoll sein. Vor allem wenn abgeklärt werden muss, ob eine Operation notwendig ist.

Hier finden Sie ein Infoblatt zum Thema bildgebende Verfahren.

Bild „Bandscheibenvorfall”: https://de.wikipedia.org/wiki/Bandscheibenvorfall

Insbesondere Menschen über 60 Jahren haben gelegentlich eine weitere Form von Kreuzschmerzen mit Schwerpunkt der Schmerzen im Bein, die vor allem dann auftritt und stärker wird, wenn man länger geht oder steht. Dabei können sich die Beine sehr schwer anfühlen und eine Linderung kann durch das Vorbeugen des Oberkörpers erreicht werden, wie zum Beispiel durch das Auflehnen auf einen Einkaufswagen.

Wenn Sie ein Schmerzmuster mit überwiegendem Schwerpunkt der Schmerzen im Bein an sich wahrnehmen, sollten Sie sich an Ihren behandelnden Arzt wenden.

Kreuzschmerzen sind also selten Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung oder einen schwerwiegenden körperlichen Schaden. Dennoch werden hier auch kurz einige Krankheitszustände und Vorerkrankungen genannt, die Kreuzschmerzen verursachen können und bei denen ein dringender Handlungsbedarf besteht. Diese werden „red flags” (englisch für rote Fahnen) genannt. Wir raten Ihnen, sich mit Ihrem Arzt zeitnah in Verbindung zu setzen, sollten Sie diese Warnsignale an sich wahrnehmen oder unsicher sein.

Falls Sie plötzlich Ihren Stuhldrang schlecht kontrollieren können, Sie Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase bekommen oder Gefühlsstörungen in der Leistengegend oder im Gesäßbereich haben, könnte dies ein Warnsignal dafür sein, dass Druck auf bestimmte Nerven vorliegt.

Kreuzschmerzen können auch mit einer Infektion im Körper in Verbindung stehen. Hinweise dafür können anhaltendes Fieber oder Schüttelfrost oder ein geschwächtes Abwehrsystem sein.

Wenn Ihre Kreuzschmerzen mit einem Sturz oder einem Autounfall begonnen haben, Sie schon längere Zeit Kortison einnehmen oder an einem Schwund der Knochendichte (sogenannte Osteoporose) leiden, könnten diese Kreuzschmerzen ein Hinweis auf Knochenbrüche sein.

Falls Sie früher schon mal eine Krebserkrankung hatten, sollten Sie das Ihrem Arzt unbedingt mitteilen, da Kreuzschmerzen in diesem Zusammenhang ein Warnzeichen darstellen können. Ein konstant über Wochen anhaltender Schmerz, der selbst nachts oder beim Liegen nicht nachlässt, oder unerklärlicher Gewichtsverlust können weitere Warnzeichen sein, über die Sie Ihren Arzt informieren sollten.

Diese „red flags” sind sehr selten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, damit er gemeinsam mit Ihnen der Ursache nachgehen kann.

Wenn Sie Kreuzschmerzen haben, wird Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen versuchen herauszufinden, wodurch Ihre Beschwerden entstehen. Dabei helfen bestimmte Untersuchungsmöglichkeiten. Alle Ergebnisse aus den Untersuchungen werden gesammelt und am Ende fügt Ihr Arzt diese Informationen zu einem Gesamtbild zusammen, Ihrer Diagnose.

Dieses Gespräch ist die Basis für jede weitere Untersuchung und sowohl für den Arzt als auch für Sie sehr wichtig.
Der Arzt möchte in diesem Anamnese-Gespräch (Anamnese ist griechisch für „Erinnerung”) so viel wie möglich über Ihre derzeitigen Symptome, Begleiterkrankungen, Ihre medizinische Vorgeschichte sowie Ihre Lebensumstände erfahren. Ein patientenzentriertes Patienten-Arzt-Gespräch läuft in drei Phasen ab:

Sie können dem Arzt helfen die richtige Diagnose zu finden, indem Sie ihm zunächst folgende drei Punkte berichten:

 

1. Was denken Sie selbst, wie die Beschwerden zu Stande kamen und was deren Ursache ist?
Haben Sie z. B. einem Kollegen beim Umzug geholfen und schwere Kisten getragen, bevor die Beschwerden anfingen?

2. Haben Sie bestimmte Befürchtungen zu den Beschwerden?
Beispielsweise, dass es sich um etwas Gefährliches handeln könnte? Oder haben Sie Angst, dass Sie wegen anhaltender Kreuzschmerzen Ihre Arbeit nicht mehr richtig ausführen können und Ihre Arbeitsstelle möglicherweise verlieren?

3. Was sind Ihre Erwartungen an den Arztbesuch? Wie, glauben Sie, kann Ihnen Ihr Arzt am besten helfen?
Brauchen Sie mehr Informationen über Ihre Krankheit oder eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung?

Danach wird Ihnen der Arzt eine Reihe von Fragen stellen, wie z. B.:

  • Wo haben Sie Schmerzen? Strahlen sie aus?
  • Wann sind Ihre Beschwerden das erste Mal aufgetreten? Haben Sie in der Vergangenheit schon mal Kreuzschmerzen erlebt?
  • Wann bessern sich Ihre Beschwerden? In welchen Situationen werden sie schlimmer?
  • Wie ist der zeitliche Verlauf der Schmerzen (tagsüber, nachts)?
    Haben sich die Schmerzen in den letzten Tagen/Wochen/Monaten verändert?
  • Wie stark empfinden Sie die Schmerzen? Schränken Sie die Schmerzen in Ihrem Alltag ein?
  • Sind Ihre Schmerzen schon behandelt worden? Wie wurden sie behandelt?
  • Empfinden Sie vermehrt Stress oder Ängste? Leiden Sie an einer psychischen Erkrankung, wie z. B. einer Depression?

Mit der Beantwortung der Fragen helfen Sie Ihrem Arzt, die genaue Diagnose und eine gute Behandlungsstrategie zu finden. Sie können sich auf das Gespräch vorbereiten, indem Sie sich Antworten bereits im Vorfeld überlegen.

 

Tipps zur Vorbereitung auf Ihren nächsten Arztbesuch

  • Überlegen Sie sich vor einem Gespräch mit Ihrem Arzt in Ruhe, welche Fragen Sie stellen möchten. Es kann Ihnen helfen, wenn Sie sich Ihre Fragen vorab auf einen Zettel notieren. So vergessen Sie während der Besprechung mit dem Arzt nichts Wichtiges.
  • Sie können sich während des Gesprächs Notizen machen oder um schriftliche Information bitten.
  • Fragen Sie nach, falls Sie etwas nicht verstanden haben.
  • Bitten Sie um die Erklärung medizinischer Fachausdrücke.
  • Gehen Sie am Ende des Gesprächs nochmal Ihre Frageliste durch und überlegen, ob alle Ihre Fragen beantwortet wurden. Fragen Sie nach, falls etwas unklar geblieben ist.

 

Mehr Infos zur Vorbereitung auf das Arztgespräch.

Um klare Ursachen des Kreuzschmerzes zu erkennen, führt der Arzt als nächsten Schritt die körperliche Untersuchung durch. Er wird sich Ihre Wirbelsäule und deren Beweglichkeit anschauen und den Rücken nach schmerzhaften Stellen abtasten. Der Arzt testet außerdem das Gefühl, die Kraft der Muskeln und die Reflexe in den Beinen, um zu untersuchen, ob eine Nervenbeteiligung vorliegen kann.

Falls Ihre Kreuzschmerzen ins Bein ausstrahlen, kann es sein, dass die Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule gereizt sind. In diesem Fall fragt Sie der Arzt, ob Sie seit Beginn der Schmerzen weitere Veränderungen an sich bemerkt haben, wie etwa eine Schwäche der Muskeln, Gefühlsstörungen in den Beinen oder eine Darm- bzw. Blasenschwäche.

Sollte Ihr Arzt nach dem Patienten-Arzt-Gespräch sowie der körperlichen Untersuchung Hinweise auf eine ernstzunehmende Ursache der Kreuzschmerzen haben, wird er unter Umständen weitere Diagnoseverfahren anwenden. Dazu können bildgebende Verfahren, wie das Röntgen oder das MRT aber auch Laboruntersuchungen gehören (z. B. Blut- oder Urinuntersuchungen).

 

Hier finden Sie ein Infoblatt zum Thema bildgebende Verfahren.

 

Jedoch belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass in vielen Fällen zusätzliche, teilweise belastende Untersuchungen durchgeführt werden, die nicht erforderlich und nicht zielführend für eine Schmerzlinderung sind. Fragen Sie Ihren Arzt bewußt danach, ob in Ihrem Fall wichtige Symptome vorliegen, die weitere Untersuchungen unbedingt erforderlich machen und ob es negative Folgen haben könnte, mit solchen Untersuchungen noch zu warten.

Sollte Ihr Arzt durch die Untersuchung eine klar erkennbare und/oder eine schwerwiegende Ursache feststellen, die gegebenenfalls weitere Untersuchungen oder die Einbeziehung von anderen Fachärzten verlangt, wird er Sie dazu individuell aufklären und zu den Therapieoptionen beraten können. In den meisten Fällen entstehen jedoch akute Kreuzschmerzen ohne klare Ursache und Sie selbst können sehr viel dazu beitragen, um Ihre Symptome zu lindern. Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Übersicht geben, was sich bei akuten und subakuten Kreuzschmerzen ohne klare Ursache als hilfreich erwiesen hat und was nicht:

Sie leiden unter Kreuzschmerzen und suchen die für Sie passende Therapiemöglichkeit? In der folgenden Übersicht zeigen wir Ihnen, welche Maßnahmen empfohlen werden, und ob möglicherweise Nebenwirkungen mit der Anwendung verbunden sein können. Die enthaltenen Informationen basieren auf der aktuellen Nationalen VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, deren Inhalte vertrauenswürdig sind, da Sie auf dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen beruhen.

Kurze Zusammenfassung:
Maßnahmen ohne Medikamentengabe sollen bevorzugt als Therapieoption genutzt werden, insbesondere regelmäßige Bewegung wird empfohlen, z. B. ein Spaziergang oder gezieltes Rückentraining. Von Bettruhe wird dringend abgeraten, da dadurch die Inaktivität gefördert und der Muskelabbau beschleunigt wird und dies wiederum Schmerzen verlängern oder verstärken kann.

Medikamente sind nicht das erste Mittel der Wahl. Falls sie aber dennoch nötig sein sollten, z. B. bei starken Schmerzen, sollten sie grundsätzlich in Tablettenform (und nicht als Spritzen) und in der niedrigsten wirksamen Dosis so kurz wie möglich eingenommen werden.

Medizinische Leistungen, bei denen Sie eine Zuzahlung leisten müssen, haben allgemein einen schwachen Wirksamkeitsnachweis, d. h. die Wirksamkeit konnte in Studien nicht oder nicht eindeutig nachgewiesen werden. Dazu gehören beispielsweise Akupunktur, Massage oder die Anwendung von medizinischen Hilfsmitteln, wie Korsetts gegen Rückenschmerz. Für diese Anwendungen kann somit keine Empfehlung ausgesprochen werden.

 

Behandlungsempfehlungen öffnen

Faszientraining ist momentan (Stand April 2018) in aller Munde. Fitnessstudios oder auch Physiotherapiepraxen bieten ihren Kunden eine Behandlung rund um die Körperfaszien an.

Faszien sind die Hüllen für Organe, Muskeln und Muskelgruppen. Sie bestehen aus elastischen Netzen sowie wenig dehnbaren, gekreuzt verlaufenden Bindegewebsfasern. Große Körperfaszien umhüllen die Gesamtmuskulatur des Rumpfs oder der Extremitäten (Beine und Arme). Die Vermutung der Forschergruppen ist, dass Faszien verkleben und so zu Schmerzen und Erkrankungen führen können.

Es existieren momentan jedoch keine Studien oder Übersichtsarbeiten, die einen klaren Nutzen des Faszientrainings belegen. Wir können somit keine Empfehlung aussprechen, da es dafür immer erst mehrfache Bestätigung von Ergebnissen aus der Forschung bedarf.

Auch wenn Sie schon Kreuzschmerzen haben, ist es ganz wichtig zu wissen:
Es ist nie zu spät, um Kreuzschmerzen vorzubeugen!

„Hauptsache aktiv“, so lautet ein wichtiger Grundsatz. Sie müssen keine Angst haben, dass Sie Ihrem Rücken durch Bewegung schaden. Im Gegenteil: Studien haben gezeigt, dass Schonung und fehlende Bewegung zu weiteren Schmerzen, Fehlhaltungen und Verspannung führen. Indem Sie aktiv bleiben, kräftigen Sie Ihre Rückenmuskulatur und entlasten damit auch Ihre Wirbelsäule.
Versuchen Sie daher, Ihre täglichen gewohnten Aktivitäten so bald wie möglich wieder aufzunehmen. Vermeiden Sie einseitige Belastung und Haltungen, wie z. B. Tragen einer Sprudelkiste mit einer Hand oder langes Sitzen und Stehen. Regelmäßige Bewegung wie Gehen, Wandern oder Radfahren steigert Ihre Beweglichkeit und auch Ihr Wohlbefinden. Schwimmen ist eine besonders rückenschonende Alternative. Suchen Sie sich eine Bewegungsform, die Ihnen Spaß macht – denn nur dann werden Sie regelmäßig und dauerhaft aktiv sein. Gerne können Sie Angehörige oder Freunde, ob sie nicht mitmachen wollen – denn zusammen macht Bewegung mehr Spaß. Wenn Sie gerne in Gesellschaft anderer Menschen trainieren, sind Rückenschulen für Sie vielleicht genau das Richtige. Dort erlernen Sie rückenschonende Übungen, die sich auch leicht in den Alltag integrieren lassen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt über Angebote in Ihrer Nähe.

Tala-med zeigt Ihnen mit Videos, welche Übungen gut für Ihren Rücken sind.

Bereits kleine Veränderungen können den Rücken entlasten. Wechseln Sie zum Beispiel beim längeren Stehen oder Sitzen öfter die Position. Sollten Sie bei Ihrer beruflichen Tätigkeit länger in einer sitzenden oder stehenden Position verbringen müssen, versuchen Sie kleinere Dehn- oder Bewegungsübungen einzubauen oder Ihre Pausen aktiv zu verbringen (z. B. mit einem Spaziergang). Auch können Sie Ihren Arbeitgeber auf geeignete Sitzmöbel ansprechen. Sollten Sie Übergewicht haben, können Sie Ihre Wirbelsäule durch Abnehmen deutlich entlasten.

Bereits kleine Veränderungen können den Rücken entlasten

Bewegung kann Kreuzschmerzen am besten lindern. Dennoch gilt: Nehmen Sie im Alltag Rücksicht auf Ihre Beschwerden und muten Sie sich nicht zu viel zu. Sie sollen sich zwar nicht ins Bett legen, aber auch keine Hochleistungen vollbringen und Ihre körperlichen Grenzen respektieren. Es ist zum Beispiel keine gute Idee, mit Kreuzschmerzen jemandem beim Umzug zu helfen oder während dieser Zeit die Wohnung zu streichen.

Ihr behandelnder Arzt ist Ihr wichtigster Ansprechpartner, wenn Sie Fragen zum Thema Rückenschmerz haben. Aber auch andere Berufsgruppen, wie Physio- oder Ergotherapeuten können Ihnen fachliche Informationen anbieten.

Da Sie bereits länger unter Kreuzschmerzen leiden, ist der Besuch einer Selbsthilfegruppe eine gute Möglichkeit, andere Betroffene kennenzulernen und sich gemeinsam über Symptome und Bewältigungsstrategien auszutauschen. Fragen Sie Ihren Arzt nach Gruppen in Ihrer Nähe oder schauen Sie auf der Internetseite der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen www.nakos.de.


Das Ziel der „Ergonomie” ist es, für arbeitende Menschen geeignete Bedingungen am Arbeitsplatz zu schaffen und dadurch berufsbedingte Erkrankungen zu verhindern. Zur optimalen Arbeitsplatzgestaltung zählt z. B. eine geeignete Schreibtischhöhe oder eine gute Bildschirmeinstellung am PC-Arbeitsplatz. Ein weiterer Fokus kann auf Stressabbau oder Förderung des Betriebsklimas liegen.

Hören Sie hierzu ein kostenloses Hörbuch.

[1] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nicht-spezifischer Kreuzscherz. PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie, 2. Auflage. Konsultationsfassung. 2017. http://www.kreuzschmerz.versorgungsleitlinien.de, Zugriff am 06.04.2018. 

 

[2] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftli-chen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz – Langfassung, 2. Auflage. Version 1. 2017. DOI: 10.6101/AZQ/000353. http://www.kreuzschmerz.versorgungsleitlinien.deZugriff am 06.04.2018.

 

[3] National Institute for Health and Care Excellence. Low back pain and sciatica in over 16s: assessment and management. NICE guideline, 30.11.2016, https://www.nice.org.uk/guidance/ng59.

 

[4] Van Wambeke P, Desomer A, Ailliet L, Berquin A, Demoulin C, et al. Low back pain and radicular pain: assessment and management. Good Clinical Practice (GCP) Brussels: Belgian Health Care Knowledge Centre (KCE). 2017. KCE Reports 287.

 

[5] Qaseem A, Wilt T J, McLean R M, Forciea M A, for the Clinical Guidelines Committee of the American College of Physicians. Noninvasive Treatments for Acute, Subacute, and Chronic Low Back Pain: A Clinical Practice Guideline From the American College of Physicians. Ann Intern Med. 2017; 166:514-530.

 

[6] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Rücken- und Kreuzschmerzen: IQWiG, 2015, https://www.gesundheitsinformation.de/kreuzschmerzen.2378.de.html, Zugriff am 19.03.2018.

 

[7] Robert Koch-Institut (Hrsg) Rückenschmerzen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2012. Heft 53, RKI, Berlin.

 

[8] DocMikeEvans: Low Back Pain. Health Design Lab, Li Ka Shing Knowledge Institute, 2014, https://www.youtube.com/watch?v=BOjTegn9RuY&feature=youtu.be und https://www.reframehealthlab.com/, Zugriff am 19.03.2018.

 

[9] Dorit Schöller. Pschyrembel Online. Faszie. https://www.pschyrembel.de/Faszien/K07KW/doc/.  Aktualisiert am 13.03.2018, Zugriff am 14.03.2018.

 

[10] ARTE TV. Faszien – Geheimnisvolle Welt unter der Haut. 2017.

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